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Bei Trauer den Geist in die Schranken weisen

Reihe Geist und Ego
Reihe Geist und Ego

Bei Trauer den Geist in die Schranken weisen

Reihe Geist und Ego

Wenn wir Trauer verdrängen, und wie wir das tun, hat immer mit unseren beiden Instanzen Geist und Ego, aber auch mit Glaubenssätzen und Angst zu tun. Anouk Claes erklärt, wie sich die verschiedenen Instanzen in Bezug auf Trauer verhalten und wie wir dieses erkennen können, damit wir uneingeschränkter leben und unsere Einzigartigkeit wahren können.

Der Grund, warum wir Gefühle verdrängen, liegt meistens im Geist. Und dort wiederum liegt es an Glaubensstrukturen, die wir zu gewissen Gefühlen aufgebaut haben. Die Trauer gehört nicht unbedingt zu den Gefühlen, die wir als negativ ansehen – etwa so wie Wut oder Eifersucht. Wir erlauben uns normalerweise, Trauer zu empfinden. Aber trotzdem gibt es eine Menge Glaubensstrukturen, die die Verdrängung von Trauer favorisieren, die aber nicht unbedingt mit der Trauer selbst zu tun haben.

Dazu gehören auch die Glaubensstrukturen, die mit dem Ego in Verbindung stehen. Das Ego ist die Handlungsebene. Es ist sehr wichtig, weil es einzigartig ist. Diese Einzigartigkeit hat aber ihre Vor- und Nachteile. Die Kunst ist es, im Inneren alle Instanzen zufrieden zu stellen.

Mischt der Geist sich ein, ist es schwierig, das Ego wahrzunehmen

Ist zum Beispiel etwas Schlimmes passiert und man empfindet eine grosse Trauer, dann lässt man diese meistens zu. Da Gefühle aber nicht vorhersehbar sind, kann es passieren, dass man keine Trauer empfindet, aber davon ausgeht, man müsse sie spüren. Das wiederum erzeugt sofort Angst, denn das Reptilienhirn (unser ältester Gehirnteil – erklärt in mehreren früher erschienenen Artikeln) fürchtet, aus »der Herde ausgestossen« zu werden, weil man eben nicht das empfindet, was man empfinden sollte und was vermeintlich alle empfinden. Die Einzigartigkeit des Egos in dieser spezifischen Situation kann also neben der Angst auch den Geist veranlassen, eine Menge  Glaubensstrukturen aufzubauen, damit man sich wieder beruhigt.

Bei einigen führt die Angst dazu, dass sie zur inneren Überzeugung kommen, sie hätten die Trauer verdrängt, weil der Schock einfach zu tief sitze. Es gibt schon Situationen, in denen das tatsächlich der Fall ist und die Trauer erst nach einer gewissen Zeit in Erscheinung tritt. Aber es gibt auch Situationen, in denen sie schlicht und einfach nicht vorhanden ist. Wenn man keine Angst bekommt ob der ausbleibenden Trauer, wird man oft geneigt sein, sich in  Frage zu stellen.

Man denkt etwa, dass man nicht mitfühlend genug oder sogar ein schlechter Mensch sei. Vieles kann einem durch den Kopf gehen, wenn man anders empfindet, als man es von sich selbst erwartet. Es ist für viele sehr schwierig, das eigene Ego wahrzunehmen, ohne dass sich sofort der Geist einmischt. Jeder kennt zwar diese Momente, in denen man etwas tut ohne gleichzeitig zu denken, ob es gut herauskommen wird oder nicht, ob es richtig oder falsch  ist. Es ist nicht das, diese Art der Gedanken loszuwerden, sondern es geht darum, Glaubensstrukturen zu fördern, die das Ego in seiner Einzigartigkeit unterstützen, statt ihm permanent aufzuerlegen, einem Bild zu entsprechen,
das zu den gängigen Glaubensstrukturen passt.

Weiterlesen im Heft 31....

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